Sprachrohr für den Mittelstand: Fachzeitschriften in der Region.

Pressemitteillungen als Instrument für den Mittelstand

(tl) Pressearbeit für den Mittelstand. Wir haben im ersten Teil dieses Interviews darüber gesprochen, was eine gute Pressemitteilung ausmacht. Was sind Must-haves und was No-Goes und worauf kommt es beim Schreiben besonders an. Im zweiten Teil geht es darum, wie insbesondere kleine und mittelständischer Unternehmen von professionellen Pressemitteilungen profitieren können. Und wie diese damit einhergehend über die sozialen Medien eigenständig mit ihrer Zielgruppe kommunizieren können.

Pressemitteilungen unterstützen das Employer Branding im Mittelstand

Interview: Timo Lenk

Wie können mittelständischen Unternehmen von professioneller Pressearbeit profitieren?

Zum einen, indem sie die Fachpresse über Unternehmenszahlen, Produkt- und Anwendungsneuheiten und erfolgreich realisierte Projekte informieren. Denn nur, wenn die Redaktionen wissen, was ein Unternehmen leistet, können sie auch darüber berichten. Zum anderen hilft zielgerichtete Kommunikation in der Region, als innovatives Unternehmen und guter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Nehmen wir den Fachkräftemangel. Jede Veröffentlichung in Tageszeitungen und Anzeigenblättern kann potenzielle Mitarbeiter ansprechen und begeistern. Ich sage in diesem Zusammenhang immer: Wenn die Menschen gar nicht wissen, dass es euch gibt, wie sollen sie sich dann bei euch bewerben? Geht raus und erzählt eure Geschichten!

Unternehmen können heute über die sozialen Medien eigenständig mit ihrer Zielgruppe kommunizieren. Was macht eine Pressemitteilung trotzdem noch immer zu einem wichtigen Instrument?

Eine gewissenhaft recherchierte, spannende Pressemitteilung ist nach wie vor ein guter Weg, um zielgerichtet über erfolgreiche Projekte und umfangreichere Hintergründe zu informieren. Artikel in der Fachpresse können den Absatz anzukurbeln, Berichte in der Tageszeitung das Employer Branding stärken und Veröffentlichungen in Online-Portalen sind bleibender Content, der von Google und Co. gefunden wird. Über Social Media kann man die Menschen darüber hinaus direkt ansprechen und zum Beispiel auf die eigene Website holen, auf der die Presseinformation dann idealerweise zu lesen ist. Social Media kann Pressearbeit also unterstützen, aber sicherlich nicht ersetzen.

Wie findet die Presseinformation ihren Weg in die entsprechenden Medien?

Der erste Schritt ist immer die Frage nach der Zielgruppe. Wen will ich erreichen? Daraus ergibt sich, ob ich mich an die Fachmedien oder doch eher die lokalen Zeitungen wende. Für guten Content im Internet spielen außerdem die Online-Medien eine wichtige Rolle. Ganz egal, ob online oder Print, muss die Presseinformation so ausgearbeitet werden, dass sie zum gewünschten Medium und der Zielgruppe passt. Wenn wir dann noch eine begeisternde Nachricht oder lesenswerte Geschichte weitergeben können, sind die Chancen gut, dass diese abgedruckt wird. Teilweise muss man die Geschichte übrigens für unterschiedliche Medien durchaus anders erzählen.

Mittelständler sind Hidden Champions, ihre Erfolgsgeschichten in den Medien

Können kleine und mittelständische Unternehmen Geschichten erzählen, die die Big Player nicht erzählen können?

Auf jeden Fall. Nicht umsonst gibt es in großen Tageszeitungen, Magazinen und Online-Portalen feste Rubriken Aus dem Mittelstand. Hier werden aus Hidden Champions bundesweit erwähnenswerte Unternehmen. Es gibt unzählige Erfolgsgeschichten über kleinere Handwerksbetriebe und innovative Mittelständler, die ihren eigenen erfolgreichen Weg gehen. Und nicht selten sind es ihre Innovationen, die Produkte und Anwendungen entscheidend verbessern. Nur weiß das oftmals niemand, weil die Unternehmen es nicht erzählen.

Worin besteht für dich außerdem noch der besondere Reiz, kleine und mittelständische Unternehmen in ihrer Kommunikation zu unterstützen?

Mit diesen Unternehmen kann man häufig ganz viel entwickeln. Die Kommunikation steht oftmals am Anfang. Ich merke immer wieder in Gesprächen, dass kleine und mittelständische Unternehmen ganz viele Geschichten zu erzählen haben aber nicht genau wissen, wie und wem sie diese erzählen sollen. Das ist der eine Punkt. Auf der anderen Seite bin ich überzeugt, dass konsequente Kommunikation hilft, als guter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Um im Wettstreit um die besten Auszubildenden und Fachkräfte zu bestehen wird zielgerichtete Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für das Personalmarketing zu einem wichtigeren Instrument. Die Menschen wollen wissen, bei wem sie sich bewerben. Wie das Unternehmen tickt und was das Besondere ist.

Steckt in jedem Unternehmen eine spannende Geschichte?

Auf jeden Fall. Und in den allermeisten Fällen weit mehr als nur eine.

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