Journalisten nutzen Social Media wie Facebook, Twitter und Snapchat immer häufiger zur Recherche.

Journalisten recherchieren immer häufiger über Social Media

(rs) Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Journalisten haben die sozialen Medien für ihre Arbeit entdeckt. Nicht mehr nur, um dort ihre eigenen Nachrichten zu platzieren. Das tun die meisten schon länger. Jetzt werden Facebook, Twitter, Snapchat und Co. auch als Rechercheplattform immer interessanter. Die fünfte Social Journalism-Studie* der Canterbury Christ Church University und der Cision PR-Datenbank liefert den Beweis: Was noch vor wenigen Jahren Seltenheitswert hatte, ist mittlerweile Realität. Für immer mehr Journalisten gehört die Recherche über Social Media zum täglichen Handwerkszeug. Eine weitere Erkenntnis, die sich mehr und mehr ihren Weg in die Redaktionen von Tageszeitungen und Fachmagazinen geebnet hat, ist die Überzeugung, dass die redaktionelle Arbeit durch Social Media produktiver geworden ist.

News aktuell bestätigt Ergebnisse der Social Journalism-Studie

Die Journalisten legen langsam die Angst ab, Social Media untergrabe die traditionellen journalistischen Werte. Pressekonferenzen werden live per Facebook gestreamt, Presseeinladungen erreichen die Redaktionen über Xing. Das entscheidende Zitat für den Aufmacher liefert Twitter. Wer sich also Gehör in den Redaktionen verschaffen will, sollte heute unbedingt auch in den sozialen Medien unterwegs sein. Eine Erkenntnis, die auch von der aktuellen Recherche „Wie arbeiten Journalisten heute“ des Nachrichtendienstes News aktuell untermauert wird. Zwar sind Pressemitteilungen nach wie vor die meistgenutzte Quelle. Auf Platz 2 folgt jedoch auch hier die Feststellung: „Journalisten recherchieren auf Facebook, Youtube und Twitter“. Die entscheidende Frage für die Öffentlichkeitsarbeit des Mittelstands lautet: Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf die eigene Arbeit?

Social Media als Chance für die Unternehmenskommunikation

Wenn 79% der in der Social Journalism-Studie befragten Journalisten angaben, dass sie täglich soziale Medien für ihre Recherchearbeit nutzen, Zeitungsjournalisten und Reporter häufiger als Magazin-Journalisten – was bedeutet das dann für uns Öffentlichkeitsarbeiter? Das bedeutet schlicht und einfach, dass wir die Quellen der Journalisten konsequent mitfüttern müssen. Wir müssen Inhalte für die Medien aufbauen, die das Meinungsbild der Reporter abrunden. Hier geht es um strategische Arbeit, um Fakten und um die Behandlung kritischer Fälle ebenso. Denn Glaubwürdigkeit kann sich in sehr unterschiedlichen Facetten darstellen. Oder eben auch nicht. Das wiederum ist ausschlaggebend für die Tonalität eines Artikels, für die Haltung eines Reporters gegenüber dem Unternehmen. Nur wer seine Geschichten so glaubwürdig erzählt, dass sie seine Zielgruppe – in unserem Fall der Journalist – überzeugt, wird bestenfalls auch weiter verbreitet. Und wenn Geschichten auch noch Nachrichtenwert haben, erreichen sie mehr als die eigenen Freunde in der Community. Das gilt für Facebook, Twitter und Xing ebenso wie die traditionellen Druckerzeugnisse.

*Für die Social Journalism Studie wurden Journalisten in neun Ländern befragt. Die Befragung war eine Stichprobe aus der Cision Datenbank mit mehr als 1,6 Millionen Kontakten. Die Auswertung basiert auf 360 Fragen und Antworten von Journalisten und Medienfachleuten. www.cision.de | Twitter @cision_DE

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